Kleingewerbeanmeldung Fotograf
Für dich ist die Fotografie nicht mehr nur ein Hobby oder du möchtest dir dein Hobby durch den ein oder anderen Auftrag finanzieren? Dann bist du hier genau richtig!
Auch ich stand vor gut einem Jahr vor der Thematik Kleingewerbe anmelden ja oder nein?
Ich habe mich letztendlich dazu entschlossen und bereue es bis heute nicht.
Meine Erfahrungen möchte ich hier mit dir teilen:
Zunächst muss ich aber erstmal darauf hinweisen dass es sich hier um keine rechtsbindende Auskunft handelt und im Zweifel immer die Informationen von einem Rechtsanwalt eingeholt werden sollten. 
Es handelt sich hier lediglich um meine Erfahrungen.

Im ersten Schritt musst du natürlich für dich die Entscheidung treffen ob du tatsächlich ein Gewerbe anmelden möchtest. Dabei solltest du beachten ob du auf kurz oder lang die Möglichkeit siehst einen Gewinn zu erwirtschaften und ob du dir die Büroarbeit überhaupt antun möchtest? Sprich Rechnung schreiben, Marketing oder auch die Einnahme-Überschussrechnung und vieles mehr…
Ein Gewerbe wird nur dann benötigt wenn du auch tatsächlich die Absicht hast Aufträge zu erhalten und diese gegen Entgelt entgegen zu nehmen. Ich zum Beispiel möchte jährlich meinen eigenen Kalender vertreiben und biete auch so die ein oder andere fotografische Dienstleistung gegen Rechnung an. Dadurch ist ein Gewerbe unabkömmlich. Zudem habe ich meinen eigenen OnlineShop. Ein weiterer Grund warum ein Gewerbe zwingend notwendig ist.
Wenn du dir dann sicher bist, dass ein Kleingewerbe das richtige für dich ist musst du zunächst erstmal auf die Gemeinde (Gewerbeamt) gehen und dort die Anmeldung durchführen.
Das ist aber nicht weiter tragisch und in wenigen Minuten erledigt.
Es muss eigentlich nur ein kurzes Formular (findet sich in der Regel schon auf der Internetseite des Gewerbeamtes) ausgefüllt werden und ein Betrag X bezahlt werden, bei mir waren es um die 15€. Bitte vergiss deinen Personalausweis nicht. Den benötigst du zur Anmeldung.
Der erste Schritt ist damit erledigt und du bekommst den Gewerbeschein.
Im Anschluss heißt es erst einmal warten,  bis sich die nächsten Behörden bei dir melden.
Früher oder später wird sich dann  das Finanzamt und im Bereich der Fotografie meistens sowohl die HWK als auch die IHK bei dir melden, so war es auch bei mir.

Vom Finanzamt kam ein Fragebogen zur steuerlichen Erfassung, spätestens hier musst du jetzt wissen ob du von der Kleinunternehmerregelung Gebrauch machen möchtest oder nicht.
Ich habe mich nach kurzem Überlegen für die Kleinunternehmerregelung entschieden und bereue das bis jetzt auch nicht. Dadurch muss ich nur zu Beginn eines neuen Jahres meine Ausgaben, sowie Einnahmen in einer Einnahme-Überschussrechnung (EÜR) gegenüberstellen und in der Steuererklärung angeben. 
Sprich, ich unterliege nicht den Prinzipien der doppelten Buchführung.
Hierzu führe ich im Laufe des Jahres eine kleine Excel-Tabelle in der ich all meine Ein- und Ausgaben eintrage. 
Dadurch erspare ich mir dann zur Steuererklärung einiges an Aufwand.
Zudem habe ich vom Finanzamt noch eine neue Steuernummer bekommen, welche sowohl privat als auch fürs Gewerbe fortan gilt. Ob das immer so ist weiß ich ehrlich gesagt nicht.
Neben dem Finanzamt haben sich dann wie gesagt noch HWK und IHK bei mir gemeldet.
Als Fotograf bist du nach meinem Wissen eigentlich immer in dem Bereich des Handwerkes tätig und landest demnach auch bei der HWK. Hier ist ein einmaliger Betrag zu bezahlen, bei mir waren es 61€.
Weiterhin fallen jährlich Abgaben an, welche sich nach der Höhe deines Umsatzes richten.
Zum Schluss hat sich dann auch noch die IHK bei mir gemeldet.
Hier bin ich jetzt auch noch Mitglied, allerdings ein passives, sprich es fallen keine Kosten an.
Ab einem sehr hohen Umsatz, den genauen Betrag kenne ich nicht, soweit ich weiß aber über 100.000€, könnte sich das mit der Beitragsfreiheit aber ändern. Spielt für mich und ich denke auch für euch aber am Anfang keine Rolle.
Nach dem Schreiben der IHK habe ich hier einfach rückgemeldet, dass ich bereits bei der HWK Mitglied bin. 
Das war schon alles…

Wie ihr seht ist es nicht weiter schwer ein Kleingewerbe als Fotograf anzumelden…
Aber man muss immer bedenken dass man dadurch schon einiges an Bürokratie zu erledigen hat und nicht nur noch zu 100% fotografiert, wie es bei einem Hobby der Fall wäre.
Ob du nun auch ein Gewerbe anmelden möchtest musst du letztendlich für dich selber entscheiden, dieser Beitrag soll dir nur die ein oder anderen Bedenken nehmen bzw. dich über meine Erfahrungen informieren. 
Aber wie bereits Anfangs erwähnt ist das keine rechtsbindende Auskunft, sondern spiegelt lediglich die Erfahrungen, 
welche ich gemacht habe wider. Im Zweifel bitte direkt mit den dafür ausgebildeten Personen Kontakt aufnehmen.

Ansonsten hoffe ich, dir mit meinem kleinen Eintrag, bei deiner Entscheidung geholfen zu haben.
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