Fototrip Sächsische Schweiz
Im Frühling diesen Jahres sollte ein weiterer To Do Punkt auf meiner Fotoliste abgehakt werden.
Von Mittwoch bis Sonntag ging es in die Sächsische Schweiz im Osten Deutschlands.
Nach der Arbeit noch schnell das Auto mit dem bereits gepackten Equipment und Proviant beladen und los ging die wilde Fahrt von mehr als 500 km in den Osten des Landes. Auf der langen Fahrt wurde noch mehrmals das Wetter gecheckt und der Plan letztendlich umgeschmissen. Eigentlich sollte die Basteibrücke erst am Ende auf dem Programm stehen, für den nächsten Morgen war aber bereits eine hohe Nebelwahrscheinlichkeit angesagt.
Also doch zuerst zur weltberühmten Brücke am Rande des Elbsandsteingebirges.
Angekommen sind wir gegen Mitternacht. Wir haben nicht lange gefackelt und direkt am Parkplatz der Brücke die restlichen Stunden bis zum Sonnenaufgang verbracht. Zum Glück habe ich mir ja erst vor kurzem ein Bett fürs Auto gebaut. 
Wirklich sehr praktisch! Wenn auch nicht ganz so bequem wie im Hotelzimmer.
Am nächsten Morgen war ich dann doch sehr verwundert. Wir waren die einzigen Fotografen…
Ich habe mit ähnlichen Situationen wie am Eibsee oder Schloss Neuschwanstein gerechnet, aber Fehlanzeige, umso besser für uns. Hier wird es bestimmt auch ganz andere Tage geben.

Die Bedingungen jedenfalls waren perfekt. Der Regen hörte allmählich auf und im Tal zog langsam Nebel auf. Zum Glück sind wir doch als erstes hier her gekommen. #Superstimmung!
Nachdem die Fotos im Kasten waren, war erstmal Frühstück angesagt. Wie meistens auf meinen Fotoreisen hatten wir unseren Proviant direkt von zu Hause mitgebracht.
Am Vormittag statteten wir dann noch den Luchsen in Bad Schandau einen Besuch ab. Es sind zwar schöne Fotos entstanden, aber das Gehege ist in meinen Augen nicht artgerecht. Die 2 Tiere müssen hier leider auf engstem Raum leben… 
Ob ich hier nochmal herkommen würde, wage ich zu bezweifeln. 

Gegen Mittag machten wir uns dann auf die lange Wanderung von Bad Schandau aus zum kleinen Winterberg. Unser Auto ließen wir direkt an der Straße unterhalb der Luchsgehege stehen.
Bei bestem Wetter ging es durch den wunderschönen Nationalpark. Immer wieder kamen wir an zahlreichen schönen Orten vorbei, zur Mittagszeit jedoch passt das Licht einfach nicht um schöne Landschaftsfotos zu machen.
 Die Kamera blieb also in der Tasche.

Völlig erschöpft sind wir am Abend dann am Kleinen Winterberg angekommen. Wir hatten die Strecke wohl ein wenig unterschätzt. Beim nächsten Mal suchen wir uns auf jeden Fall eine kürzere Route. Völlig entkräftet hätten wir den Weg an diesem Abend sicher nicht mehr zurück geschafft. So suchten wir uns eine der Boofen zum übernachten, fanden aber leider keine. Uns blieb nichts anderes übrig als Schlafsack und Isomatten direkt unter dem freien Himmel aufzubauen, aber naja was soll es, ist ja schönes Wetter vorhergesagt. Das Risiko im dunklen zurück zu laufen, war uns hier dann doch zu hoch.


Nach Sonnenuntergang deutete auch noch alles auf eine ruhige Nacht hin, die ersten Sterne funkelten am Himmel und es zog lediglich ein laues Lüftchen an uns vorbei.
Kaum legten wir uns aber schlafen, ging die Unruhe schon los. Erst hinderte uns ein Sturm am einschlafen, waren wir hier sicher? Was wenn die Äste der umliegenden Bäume auf uns runterfallen?
Fragen über Fragen…
Irgendwann konnten wir dann doch einschlafen, wachten kurze Zeit später aber klitsch nass auf, es goss aus Eimern. Suuuuper was nun? Wir packten zusammen und kauerten uns in unsere Regenmäntel. Kurz drauf hörte das nächtliche Sauwetter aber auch schon wieder auf, was uns aber nicht mehr viel gebracht hat… Nass waren wir ohnehin schon von oben bis unten. Was eine Nacht …
Aber was tut man schließlich nicht alles für ein gutes Foto! Zum Glück war es schon Juni, was bedeutet, dass es sehr früh wieder hell werden wird.
Um die Zeit zu überbrücken, an schlafen war so ja nicht mehr zu denken, richteten wir unser Frühstück schon mal her.
Zum Sonnenaufgang tauchte dann noch eine weitere Gruppe Wanderer auf. Es hat sich herausgestellt dass sie mehr Glück gehabt haben und die Nacht unter einem trockenen Felsvorsprung verbringen konnten.
Nach der morgentlichen Fotoaction machten wir uns dann zurück auf dem Weg zum Auto. Diesmal aber auf dem direkten Weg zur nächsten Hauptstraße. 2 oder 3 Stunden waren wir dennoch unterwegs. Vom Dorf Schmilka konnten wir dann glücklicherweise die letzten Kilometer mit einem Förster mitfahren.
Total entkräftet suchten wir mit unserem Auto dann ein ruhiges, sonniges Plätzchen um unsere Schlafsäcke und Klamotten sowie uns selbst trocknen zu können. Diesen fanden wir am Ortsrand von Osterau.
Dort relaxten wir dann auch bis zum späten Nachmittag. Zu unserem nächsten Ziel, die Schrammsteinaussichten, war es von hier dann nur noch ein Katzensprung, wenn man es mit der Wanderung am Vortag vergleicht.
Bis zur Wanderung kam es dann aber gar nicht mehr. Gerade als wir los laufen wollten, entdeckte ich bei meiner Freundin eine Zecke. Was nun? Da wir beide noch keine Erfahrung mit Zecken gemacht haben, suchten wir lieber das nächste Krankenhaus auf. Hier wurde diese dann auch rasch entfernt.
Alles also halb so wild. Wieder am Parkplatz angekommen, hatten wir noch ausreichend Zeit um im schnellen Tempo noch rechtzeitig bei den Schrammsteinen zu sein. Wieder Rucksäcke geschultert und dann… dann entdeckte meine Freundin bei mir eine weitere Zecke. Na super. Selbes Spiel nochmal, wieder zurück ins Krankenhaus,  aber diesmal war es dann leider zu spät um es noch rechtzeitig zu den Schrammsteinen zu schaffen. Na gut, dann verbringen wir die Nacht halt wieder im Auto und wandern erst zum Sonnenaufgang los.

Früh morgens klingelte dann der Wecker und wir machten uns auf den Weg. Diesmal ohne Zwischenfälle. 
Startpunkt war der Ostrauer Parkplatz, von hier waren es ca. 1h Fußmarsch bis zum Aussichtspunkt.

An den Schrammsteinen angekommen, waren wir hier alles andere als alleine. Dennoch ein sehr schöner Morgen. 
Die Lichtstimmung war jetzt sicher nicht ideal aber auf jeden Fall konnte man damit arbeiten.

Für den Abend war dann eigentlich noch die Rakotzbrücke geplant. Die Brücke befindet sich ca. 1,5 Autostunden von Bad Schandau entfernt. Aufgrund von Bauarbeiten wurde daraus aber leider nichts mehr und so ging es mit 2 Blitzern zurück ins Allgäu. Ja richtig gelesen. Wir wurden auf der Heimfahrt zu allem Überfluss auch noch 2 mal geblitzt.
Gute Bilder haben wir dennoch mit nach Hause gebracht, auch wenn nicht alles glatt gelaufen ist.
Regen in der Nacht unter freiem Himmel, 2 Zeckenbisse und dann auf dem Heimweg auch noch 2 mal geblitzt zu werden…. Es gab schon einfachere Ausflüge wie diesen.
Letztendlich sind aber genau das die Momente, welche uns vermutlich für immer in Erinnerung bleiben werden.
Wer erinnert sich schon noch an einen langweiligen Tag mit blauem Himmel und ohne Zwischenfälle? Richtig, niemand. 
So hat also alles sein Gutes und unseren Spaß hatten wir auf jeden Fall.
Wie immer können die Bilder auf Anfrage direkt bei mir erworben werden: fabianzocher-fotografie@outlook.de
Ansonsten Vielen Dank fürs mitlesen und viel Spaß bei deinem Trip in die Sächsische Schweiz.
Ein wirklich einmalig schöner Ort in Deutschland, 
so ganz anders wie alles was ich zuvor in unserer Heimat kennen lernen durfte.
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